Die böse Fratze der Klassikgemeinde

Man könnte meinen, das Publikum, des internationalen (!) Musikfestes Hamburg wäre ein tolerantes Publikum. Eines, das neuen Dingen gegenüber aufgeschlossen ist. Das sich interessiert für das Weltgeschehen außerhalb der kulturellen Kapsel. Das Manieren hat und sich zu benehmen weiß. Allerdings hat das Hamburger Publikum nun bereits zum zweiten mal innerhalb weniger Tage gezeigt, wie es sich seinen Konzertabend vorstellt: bequem, ohne Ecken und Kanten, ohne Nachdenken und erst recht ohne kritische Untertöne.

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HERAUSRAGEND! UMWERFEND! BAHNBRECHEND! GEFEIERT!

HERAUSRAGEND! UMWERFEND! BAHNBRECHEND! GEFEIERT! Beim Lesen von Kultur-Pressetexten erwartet man mittlerweile schon fast, dass in Caps Lock geschrieben wird – es wäre nur konsequent, denn die Steigerung der Steigerungsformen ist die letzte Möglichkeit, Superlative ultimativ zu superlativieren. Fröhlich wird vor sich hingefloskelt, bis, zwischen Namedropping von Dirigenten und Orchestern und der Aufzählung zahlloser Einspielungen, am Ende ein Text steht, der persönlich wirken soll, in seiner floskelhaftigkeit allerdings völlig austauschbar ist. Mehr lesen…