Nelsons singt und dirigiert (bald auch in Leipzig?)

Heute am späten Nachmittag, 17.30 Uhr, wird in Leipzig das Geheimnis um einen der schönsten Posten der Welt gelüftet: Die Position des Gewandhauskapellmeisters ist nach dem Weggang von Ricardo Chailly am Ende der Saison neu zu besetzen.

Wie es so ist: Schon mit einer Ahnung auf das nahend Ende der Ära Chailly blühten die Spekulationen über seine Nachfolge. Auch wenn der MDR heute früh noch als entfernt eveeeeeeeentueeeeeeeeell mööööögliche Variante Paavo Järvi ins Feld führte (was einer freundlichen Übernahme des institutionalisierten Leipziger Musiklebens durch die Familie Järvi nahekommen würde), sind es doch zwei Namen, die vor allem im Raum stehen: Alan Gilbert, momentan Chefdirigent der New Yorker Philharmoniker, und Andris Nelsons (Boston Symphony Orchestra). Und nachdem es nun auch die LVZ vermeldet hat, stehen die Zeichen auf Nelsons.

Gut für die Mannschaft von Musik mit allem und viel scharf: Sie können ihren “Nelsons did it!”-Tweet einfach  recyclen. (Na gut, vielleicht sollten sie Sarah Willis gegen jemanden anderes austauschen… aber mit DEN Photoshop-Skills sollte das ja kein Problem sein, ne?)

Tippt jemand gegen Nelsons? Ein junger, charismatischer Typ, der sich selber einzubringen weiß. Wegen mir gern! Das wär’ ne super Sache für Leipzig und das Kulturdreieck Dresden-Leipzig-Berlin mit Thielemann-Nelsons-Petrenko klingt nach Spaß.

Ich kenne nur eine Person, die das doof finden wird. So richtig doof. Was aber nur an Nelsons liegt: Vor ca. zwei Jahren saß ich mit meiner besten Freundin in der Berliner Philharmonie, die Damen und Herren des dortigen Orchesters wurden von Nelsons virtuos geleitet. Oder soll ich sagen fast aufgespießt? Er sprang und hüpfte, schaukelte und ruderte, fuchtelte wild mit dem Stöckchen und schien die ersten Reihen am liebsten Schaschlikartig auf seinem Stab aufreihen zu wollen und nicht nur ein mal hatte man das Gefühl, dass er gleich spektakulärst von seinem Podest fliegt. Mich hat’s nicht gestört, aber ein Blick nach links ließ mich lachen: Da saß besagte Freundin und hielt sich die Augen zu. Ihr entnervter Kommentar nach dem ersten Werk: Klingen tut’s ja super, aber hinschauen kann man echt nicht!

PS: Nelsons-Tipp von mir: In Konzerten außerhalb des Gewandhauses (da ist viel Platz…) nicht zu weit vor setzen, wenn Nelsons dirigiert. Er singt auch schon mal mit.

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