Philharmonia Orchestra London | Esa-Pekka Salonen

Es gäbe viel zu schreiben über das gestrige Konzert vom Philharmonia Orchestra London unter Esa-Pekka Salonen. Zum Beispiel, wie irre kraftvoll und gegensätzlich diese Version von Strawinskys Le Sacre du Printemps war, wie energetisch man Beethovens 7. Sinfonie interpretieren kann und wie satt und elegisch und kräftig Streicher in Witold Lutosławskis Musique funèbre klangen. Wie fein Salonen das Orchester leitete und wie es laut, gewollt roh, aber niemals brutal klang.

Aber das sollen andere machen.

Ich erlebte gestern ein Konzert, in dem sich Raum und Zeit kurzzeitig völlig auflösten. In dem ich nach der ergreifenden Lutosławskischen Trauermusik schon kaum noch atmen konnte. In dem ich nicht auf Beethovens zweiten Satz vorbereitet war, der, obwohl nicht zu langsam und traurig genommen, mich zum Heulen gebracht hat (und das passiert selten!). In dem die Rahmensätze der Beethoven-Sinfonie mir das Schmunzeln auf die Lippen trieben (trotz Naturtontrompeten… warum, Herr Salonen, warum?), vielleicht auch weil sie so nett zurückhaltend und ohne zu viel Pomp waren. Und in dem ich von Strawinskys Sacre so mitgerissen wurde, dass ich schon kaum noch wirklich Herr meiner eigenen Sinne war. Wenn da jemand glücklich lächelnd von einem der vier Opernränge gesprungen wäre, es hätte mich nicht verblüfft.

Was für ein Konzert, was für ein Erlebnis, wenn man den Saal verlässt und spürt, wie lebendig man ist!

Allen, die auch ein bisschen Beethoven’sche Glückseeligkeit erleben möchten, sei nachfolgendes Video empfohlen,

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *