Die böse Fratze der Klassikgemeinde

Man könnte meinen, das Publikum, des internationalen (!) Musikfestes Hamburg wäre ein tolerantes Publikum. Eines, das neuen Dingen gegenüber aufgeschlossen ist. Das sich interessiert für das Weltgeschehen außerhalb der kulturellen Kapsel. Das Manieren hat und sich zu benehmen weiß. Allerdings hat das Hamburger Publikum nun bereits zum zweiten mal innerhalb weniger Tage gezeigt, wie es sich seinen Konzertabend vorstellt: bequem, ohne Ecken und Kanten, ohne Nachdenken und erst recht ohne kritische Untertöne.

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#ECHOKlassik2015: Lang Langweilig

Wenn in Hollywood die Oscars vergeben werden, trifft es häufig große Produktionen, die es dann – aus unterschiedlichen Gründen – oft aber auch verdient haben. Wenn in Deutschland der ECHO Klassik vergeben wird, trifft es einfach nur immer die Gleichen. Und so ist es eine sich jährlich wiederholende Glamourparty, auf der Rrrrrrrolando Villazon ulkiges Gesichtsyoga mit seiner Monobraue machen darf, Nina Eichinger ihr schillerndes Haar in die Kamera hält und die Besserverdiener der Klassikszene sich eifrig gegenseitig beklatschen. Dabei geraten die wirklich verdienten Sieger (in meist nicht so bejubelten Kategorien) gern mal in den Hintergrund, während die Popstars der Klassik Mehr lesen…

Nelsons singt und dirigiert (bald auch in Leipzig?)

Heute am späten Nachmittag, 17.30 Uhr, wird in Leipzig das Geheimnis um einen der schönsten Posten der Welt gelüftet: Die Position des Gewandhauskapellmeisters ist nach dem Weggang von Ricardo Chailly am Ende der Saison neu zu besetzen. Wie es so ist: Schon mit einer Ahnung auf das nahend Ende der Ära Chailly blühten die Spekulationen über seine Nachfolge. Auch wenn der MDR heute früh noch als entfernt eveeeeeeeentueeeeeeeeell mööööögliche Variante Paavo Järvi ins Feld führte (was einer freundlichen Übernahme des institutionalisierten Leipziger Musiklebens durch die Familie Järvi nahekommen würde), sind es doch zwei Namen, die vor allem im Raum stehen: Mehr lesen…

Betr.: Darstellung

Liebe Künstler! Ich weiß, ihr hattet eine schwere Kindheit. Das ging schon zeitig los: Während die anderen Kinder draußen gespielt oder cool Konsole gezockt haben, durftet ihr euch, manchmal eher muttiviert als motiviert, mit eurem Instrument vergnügen und Tonleitern, Etüden und Konzertstücke draufdrücken. Als andere entspannt ihre Wochenenden genossen, seid ihr in die Pampa nach sonstwo gefahren und habt früh, 9 Uhr, schon angefangen, für irgendeine Regionalrunde irgendeines Wettbewerbes mit dem Einspielen loszulegen. Die coolen Jungs waren im Sportverein, die anderen im Musikverein. Die Helden der Schule sind Skateboard gefahren, ihr höchstens mit dem Instrumentenkoffer auf dem Rad in die Mehr lesen…